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6. Vũ Thị Hoàng Hà – Von Hanoi in die DDR

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Was für ein Privileg: Vũ Thị Hoàng Hà darf in der DDR studieren. Sie ist stolz und sich der Verantwortung bewusst. Denn die Ausbildung soll ihr ermöglichen, später am Wiederaufbau Vietnams nach dem Krieg mitzuwirken. Doch dann kommt alles anders.

Vũ Thị Hoàng Hà wird 1960 mitten im Vietnamkrieg in Hanoi geboren. Dank ihrer herausragenden schulischen Leistungen erhält sie die Chance auf ein Studium in der DDR. Also besteigt sie im September 1978 ein Flugzeug nach Moskau – von dort geht es mit dem Zug in einer zweitägigen Reise weiter nach Leipzig.

In Leipzig ist zunächst alles fremd: das Essen, die Menschen, die Architektur. Und die junge Frau weiß, dass sie sich beweisen muss – nur mit guten Leistungen an der Universität kann sie bleiben. Denn ein Scheitern hätte Konsequenzen: die Rückkehr in die Heimat. Auch das Leben außerhalb des Studiums ist reglementiert. Schlaghosen, Diskobesuche oder gar Liebesbeziehungen zu DDR-Bürgern werden vom Staat nicht gern gesehen.

Frau Ha meistert die Herausforderungen und bekommt eine Arbeit in der DDR. Doch dann kündigt sich die nächste Zäsur an: Mit der Wende laufen die Verträge der vietnamesischen Arbeiter in der DDR aus – ihre Zukunft ist ungewiss. Doch Frau Hà geht ihren Weg.

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