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Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und ein hocheffizienter Seismograf

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Die Wahllokale sind geschlossen, die Stimmen sind ausgezählt und das mediale Echo ist, wie zu erwarten, ohrenbetäubend. Die AfD konnte ihre Ergebnisse verbessern und das, obwohl sie in den letzten Wochen mit massiven Vorwürfen und Skandalen konfrontiert war. Doch wer nun glaubt, dies sei ein strahlender Sieg einer inhaltlich überzeugenden Alternative, der irrt gewaltig. Bei genauerer Betrachtung offenbaren diese Zahlen vor allem eines: eine tief sitzende, fast schon trotzige Unzufriedenheit der Wähler mit der aktuellen Regierungsarbeit auf Landes- und vor allem auf Bundesebene. Die AfD fungiert dabei nicht als politischer Gestalter, sondern als hocheffizienter Seismograf für ein politisches Beben, das durch die Mitte der Gesellschaft geht. Es ist kein Votum für ein Programm, sondern ein lautstarker Schrei gegen das „Weiter so“ eines Apparats, der sich zunehmend von der Lebensrealität der Menschen entfremdet hat.

Dass dieser Zuwachs kein Zeugnis für echte Regierungskompetenz ist, zeigt sich immer dann, wenn es konkret wird. Sobald AfD-Kandidaten in Positionen rücken sollen, in denen echte Verantwortung gefragt ist, sei es bei Landratswahlen oder in kommunalen Stichwahlen, stoßen sie regelmäßig an ihre Grenzen. Wenn es nicht mehr um Empörung geht, sondern darum, wie der Kindergarten finanziert, die Straße saniert oder die lokale Verwaltung modernisiert wird, vertrauen die Bürger lieber denjenigen, die politische Handwerkskunst beherrschen. Die AfD bleibt die Partei des lauten Protests, scheitert aber fast ausnahmslos an der Hürde der konkreten Verantwortungsübernahme. Das Problem ist nur: Wenn der Protest zur Dauereinrichtung wird, gerät die Stabilität unseres gesamten Systems ins Wanken.

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