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Podcast Literatur - ein Literaturformat von Theo Schneider und der VHS Kaiserslautern

Podcast Literatur - ein Literaturformat von Theo Schneider und der VHS Kaiserslautern

By: Theo Schneider
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Das Literaturformat von Theo Schneider und der VHS Kaiserslautern: Bücher, literarische Themen sowie Autorinnen und Autoren aus Rheinland-Pfalz und der Welt in Lesung und Gespräch.VHS Kaiserslautern, Theo Schneider Social Sciences
Episodes
  • Extra: Big Bang der amerikanischen Lyrik
    Jun 3 2026
    Vor hundert Jahren, am 3. Juni 1926, wurde Allen Ginsberg in New Jersey geboren. Er gilt als einer der wichtigsten Vertreter der (literarischen) „Beat-Generation“. Und wie Ingeborg Bachmann, die drei Wochen nach ihm auf die Welt kam, eine neue Epoche der deutschen Lyrik einläutete, so begann schon mit seinem ersten veröffentlichten Gedicht „HOWL“ eine neue Lyrikepoche der USA. Sein „Geheul“ ist ein radikales Poem von 1955, ein Rundschlag gegen den Moloch der konsumkapitalistischen USA, eine Feier der (Homo)Sexualität, bewusstseinserweiternder Drogen, des Jazz, ein Ritus der umstürzenden Heiligkeit alles Lebendigen, eine Wehklage über den Wahnsinn und in Irrenanstalten Misshandelten und Internierten… …wie seine Mutter, eine russische Emigrantin und engagierte Kommunistin, die mit Elektroschocks traktiert wurde und im Jahr darauf verstarb. Das Gedicht „Howl“ hat seinen Ruhm begründet und 1956 einen Skandal ausgelöst, es wurde als obszön verboten und sein Verleger verhaftet. Ginsberg gehörte zu den frühesten Personen der Öffentlichkeit, die sich offen zu ihrer Homosexualität bekannten, er experimentierte mit bewusstseinserweiternden Drogen, er vertrat linke und anarchistische Theorien, so konsequent, dass ihn die kommunistischen Betonköpfe 1965 aus Kuba nach Prag abschoben, wo er bald wegen Unruhestiftung und Propagierung der Homosexualität von den stalinistischen Betonköpfen verhaftet und ausgewiesen wurde. Später wurde Allen Ginsberg Buddhist. Er hat den Begriff der „Flower-Power“-Bewegung geprägt, war mit Bob Dylan befreundet und hat Spuren in der Musik von Leonard Cohen und Paul McCartney hinterlassen.
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    9 mins
  • Folge 65: Das Glied des Nibelungen. Das Nibelungenlied: Sex and Crime oder Mahnung zum Frieden?
    Jun 3 2026
    Es ist das deutsche Nationalepos: Das Nibelungenlied. Um das Jahr 1200 vermutlich im Umkreis eines Passauer Klosters in mittelhochdeutscher Sprache verfasst, erzählt es in 2400 vierzeiligen Strophen die Abenteuer Siegfrieds und den Untergang der Burgunden, die in Worms residierten. Der erste Teil des Nibelungenlieds beginnt mit der Geschichte von Siegfried, einem Helden, der durch das Baden in Drachenblut unverwundbar wird, außer an einer Stelle, die von einem Lindenblatt bedeckt war. Siegfried kommt an den Hof des burgundischen Königs Gunther und verliebt sich in dessen Schwester Kriemhild. Um Kriemhild zu heiraten, hilft Siegfried Gunther dabei, die kriegerische Königin Brünhild zu bezwingen. Auf der Hochzeit kommt es zu einem Streit zwischen den beiden Frauen, bei dem Brünhild die Demütigung durch Siegfried aufdeckt. Hagen, ein treuer Gefolgsmann Gunthers, tötet Siegfried daraufhin bei einer Jagd, indem er die verwundbare Stelle mit einer Lanze trifft. Der zweite Teil des Nibelungenlieds dreht sich um Kriemhilds Rache. Nach dem Tod ihres Mannes heiratet sie den Hunnenkönig Etzel (Attila) und lockt die burgundischen Könige und Hagen zu sich an den Hof. Es kommt zu einem blutigen Kampf, bei dem alle Burgunden, bis auf König Gunther und Hagen, getötet werden. Kriemhild lässt Gunther und Hagen hinrichten, wird aber schließlich selbst von Hildebrand, einem Gefolgsmann Dietrichs von Bern, getötet. Das Nibelungenlied ist ein Werk über Heldentum, Liebe, Verrat und den Untergang einer ganzen Kultur. Es ist ein zentrales Werk der deutschen Literatur und wurde im Laufe der Zeit immer wieder neu interpretiert und verfilmt. Und durch die Jahrhunderte immer wieder auch als eine eindringliche Warnung vor bedingungsloser Macht und Herrschaft, vor Rachsucht, blinder Gefolgschaft und überschießender Wut verstanden. Und es ist makaber: Was das Lied als Warnung verstand, haben die Nazis als Tugenden gepredigt! Sie waren die ersten, die 1936 in Worms Nibelungenfestspiele veranstaltet hatten. Doch die Vergangenheit ihrer Verbrechen lastete so schwer auf dem Stoff, dass er jahrzehntelang vom Theater gemieden wurde. Erst 2002 wagte es Worms als zentraler Handlungsort der Sage aufwendige Nibelungenfestspiele als Freilichtaufführungen vor dem Dom zu begründen. Wobei jedes Mal ein neues Stück bei meist jüngeren, experimentierfreudigen Autoren in Auftrag gegeben wird. Nach 24 Jahren sind aus den Anfängen die schönsten und aufregendsten Freilichtspiele Deutschlands geworden, deren Stücke von den besten Theaterautoren verfasst, von wagnisfreudigen Regisseuren und Regisseurinnen inszeniert und von Stars aus Film und Fernsehen gespielt werden. In Folge 65, dem ersten Teil über das Nibelungenlied, reden Volker Gallé und Theo Schneider über Entstehung und historische Hintergründe des Nibelungenlieds. In Folge 66 (am 28. Juni 26) diskutieren sie seine Rolle in der Ideologie deutscher Politik und die Frage, ob es eher als spannende Erzählung über Sex, Action und Siegfrieden zu verstehen ist oder als Warnung vor blinder Gewalt und Mahnung zu Mäßigung und Verhandlungsfrieden. Vita Volker Gallé Der Autor, Liedermacher und Kulturwissenschaftler Volker Gallé ist 70 Jahre alt und seit über 50 Jahren mit Kleinkunstprogrammen und Vorträgen unterwegs, die sich meist mit Geschichte und Kultur seiner linksrheinischen Heimat beschäftigen. Er lebt in Mauchenheim und war als Kulturkoordinator der Stadt Worms für die Entwicklung der Kulturprofile Nibelungen, Dom, Luther und SchUM-Städte zuständig. Lange Jahre war er Vorsitzender des Fördervereins der KZ-Gedenkstätte Osthofen. Derzeit engagiert er sich für die Profilierung der Demokratiegeschichte des Landes Rheinland-Pfalz als Motor für eine aktive Bürger/innenbeteiligung, die Begegnung von Verschiedenen an dritten Orten ermöglicht, und für mehr kommunale Selbstverwaltung eintritt. Kontakt: galle.volker@t-online.de
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    27 mins
  • Kostprobe: Misshelligkeiten in Mainz – Trennungen in den Tropen
    May 21 2026
    März 2020, zu Beginn von Corona: Eine abgeschiedene Lodge in dem kolumbianischen Dschungeldorf Soledad. Die Hamburger Fotografin Alena will nach einer schmerzhaften Trennung nur ein paar Tage bleiben. Doch mehr und mehr verfällt sie dem mystischen Charme des Ortes und den Erzählungen Rainers, dem deutschen Betreiber der Lodge. Ein seltsamer und charismatischer Mann mit dem Alena auf den ersten Blick nur wenig gemeinsam hat. Seine Lebensgeschichte, die zu großen Teilen in Mainz und Umgebung spielt, ist zugleich auch die Geschichte der alten Bundesrepublik. In seiner Kindheit immer für zu weich gehalten, rebelliert er in den sechziger Jahren gegen das spießige Nachkriegsdeutschland, arbeitet als Vertreter für Jeanswaren und landet nach einer Odyssee durch Lateinamerika in Kolumbien, wo er einem hochrangigen Drogendealer ein Stück Land abkauft, um aus dem Nichts seine Lodge zu errichten. In seinem Roman „Soledad“ erzählt Thorsten Nagelschmidt mit beeindruckendem Einfühlungsvermögen und Witz von sehr ungleichen Menschen, die sich in ihrem Wunsch nach Anerkennung und Zugehörigkeit näher sind, als sie anfangs dachten. In der Kostprobe von Podcastliteratur.de stellt Theo Schneider den Roman „Soledad“ von Thorsten Nagelschmidt vor und der Autor liest markante Passage daraus.
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    21 mins
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