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Podcast Literatur - ein Literaturformat von Theo Schneider und der VHS Kaiserslautern

Podcast Literatur - ein Literaturformat von Theo Schneider und der VHS Kaiserslautern

By: Theo Schneider
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Summary

Das Literaturformat von Theo Schneider und der VHS Kaiserslautern: Bücher, literarische Themen sowie Autorinnen und Autoren aus Rheinland-Pfalz und der Welt in Lesung und Gespräch.VHS Kaiserslautern, Theo Schneider Social Sciences
Episodes
  • Kostprobe: Die alltägliche Banalität des Bösen
    Apr 14 2026
    Ginsterburg – eine fiktive deutsche Kleinstadt, malerisch gelegen am Wolfsberg. Klein genug, dass jeder jeden kennt. Groß genug um als Modell die Entstehung und Funktionsweise der Barbarei des Nationalsozialismus zu illustrieren. Arno Frank zeigt die Entwicklung seiner Figuren in drei Zeitabschnitten: 1935 – 1940 – 1945. Der Roman beschreibt Menschen, die uns vertraut sind: Profiteure und Mitläufer, Angepasste und Ausgegrenzte. Er macht sichtbar, wie wenig Druck nötig ist, wenn es nur darum geht, es bequemer zu haben oder zum ersten Mal Macht über andere zu besitzen. Hinter der gemütlichen Fassade lauert der Abgrund. Mit filmischem Blick und großer erzählerischer Kraft rekonstruiert Frank die Lebenswirklichkeit im Nationalsozialismus bis ins Detail und schafft ein vielstimmiges Porträt einer Gesellschaft, das jede pauschale Zuschreibung unterläuft und lange nachwirkt. Am Ende wirft der Roman uns auf uns selbst zurück: Wie würden wir handeln, wenn sich Grenzen verschieben, das Unsagbare sich normalisiert, Verrohung Teil des Alltags wird? In dieser Kostprobe stellt die Germanistin Stefanie Schmoll den neuen Roman des Kaiserslautern geborenen Autors Arno Frank in Lesung und Kritik vor.
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    27 mins
  • Folge 63: Lakonische Levitationen zwischen nouvelle vague, Poesie und Politik
    Apr 14 2026
    Marcus Braun ist ein Autor von Romanen und Theaterstücken. Er wurde 1971 in Bullay an der Mosel geboren, lebte lange Zeit in Berlin und ist seit zwei Jahren wieder in seine Heimat zurückgekehrt. Wenn es nicht total veraltet und abgenutzt wäre, könnte man das früher häufig gebrauchte Klischee von den „Stillen im Lande“ aus der Mottenkiste kramen: Marcus Braun ist eher leise, zurückhaltend, nachdenkend, skrupulös, zweifelnd, lakonisch, langsam. Aber unter dieser Oberfläche phantasievoll, witzig, schräg, poetisch, kritisch, politisch, experimentierfreudig. Und so sind auch seine Romane: poetisch, lakonisch, witzig bis zu schrägen Kalauern, flirrend, sehr filmisch wie das französische Kino der 60er bis 80er Jahre, mal formal konventionell, mal experimentierfreudig anspruchsvoll, oft spannend, mal folgend sie den Suspense-Regeln von Krimis oder Politthrillern, mal dem Impressionismus der nouvelle vague des französischen Kinos, mal dem kalauernden Gehabe Heranwachsender. Immer sind ihre Protagonisten junge Leute zwischen Fünfzehn und Dreißig, in Phasen der Veränderung, unsicher ihrer Gefühle und Gedanken… So der Protagonist in Marcus Brauns formal wagemutigem und von der Kritik hoch gelobten Debut „Dehli“; die Zivildienstleistenden im sprachlich eher konventionellen Roman „Hochzeitsvorbereitungen“, die ihren Sex zwischen One-Night-Stands und Liebeskummer ausprobieren; die beiden Paare in „Armor“, die in der flirrend aufgeladenen Atmosphäre französischer Filme der 70er und 80er an der Atlantikküste flirten und zoffen; und so die beiden jungen Männer, die als konkurrierende „Panchen Lama“ vom Dalai Lama im Exil und von China ausgewählt wurden im Politthriller „Der letzte Buddha“. Aus diesen Büchern liest Marcus Braun und spricht über sein Schreiben mit Theo Schneider in Folge 63 von podcastliteratur.de.
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    54 mins
  • Kostprobe: Blinde Därme, dichtende Heiler und malade Poeten
    Apr 14 2026
    Jakob Leiner ist ein junger Arzt und Autor, geboren in Bad Dürkheim, aufgewachsen in Landau, der heute in Freiburg lebt. Er schreibt und veröffentlicht vor allem Gedichte, arbeitet auch als Übersetzer und als Herausgeber. Seine neueste Veröffentlichung versammelt auf 280 Seiten „Gedichte von Heilenden und Kranken aus 500 Jahren“. Jakob Leiner hat sechs Jahre an der Vorbereitung dieser Anthologie gearbeitet. Ihre Gedichte spannen einen weiten Bogen über das Thema von Sebastian Brants Text im „Narrenschiff“ über unfolgsame Kranke bis zu Clemens J. Setz' Abgesang auf seinen verschwundenen Tinnitus. Die Gedichte spiegeln alles wider, was zur jeweiligen Zeit stattgefunden hat – seien es Pestzeiten, wissenschaftliche Errungenschaften oder technische Fortschritte innerhalb der Medizin. Am meisten dürfte uns bei diesem ernsten, manchmal gar tödlichen Thema der häufig unernste, (selbst)ironische, humorvolle, witzig unterhaltsame Tonfall vieler Texte überraschen. Kerstin Bachtler präsentiert für podcastliteratur.de eine Kostprobe mit Gedichten aus der Anthologie und spricht mit Jakob Leiner über Dichterärzte, Patientenklagen und den Trost der Sprache.
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    22 mins
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