Episodes

  • Fitness Test für Produktorganisationen
    Mar 30 2026
    In dieser Folge des Produktwerker Podcasts ist Sandra Hinz von den Value Rebels zu Gast bei Tim. Die beiden sprechen über den Fitness Test für Produktorganisationen und stellen damit eine Frage, die viele Teams selten ehrlich beantworten: "Wie gut ist die eigene Organisation wirklich darin, digitale Produkte zu entwickeln, die Wirkung entfalten?" Dabei geht es nicht um Methoden oder einzelne Tools, sondern um das Zusammenspiel von Verantwortung, Struktur und Haltung. Sandra Hinz bringt ihre Erfahrung aus Beratung, Produktmanagement, Coaching und Organisationsentwicklung ein und zeigt, dass Produktarbeit nur dann stark wird, wenn sie im richtigen Organisations- und Führungsumfeld stattfindet. Der Fitness Test für Produktorganisationen dient dabei als Spiegel, der sichtbar macht, wo Organisationen sich selbst ausbremsen, ohne dass es ihnen bewusst ist. Im Kern entstand der Fitness Test für Produktorganisationen aus der praktischen Arbeit mit Unternehmen. Er hilft dabei, ein gemeinsames Verständnis zu entwickeln, wo eine Organisation heute steht und welche Bereiche gezielt gestärkt werden sollten. Statt alles gleichzeitig verändern zu wollen, geht es darum, Schwerpunkte zu setzen und Schritt für Schritt bzw. gezielt an den Stellen zu arbeiten, die den größten Unterschied machen. Oft zeigt sich dabei, dass nicht fehlende Methoden das Problem sind, sondern unklare Verantwortlichkeiten, schwaches Leadership oder fehlende Verbindung zwischen Produktarbeit und Geschäftserfolg. Besonders prägend ist die Frage, ob Produktteams als Cost Center oder als Profit Center verstanden werden, denn diese Sicht beeinflusst maßgeblich, wie Entscheidungen getroffen werden und welchen Stellenwert Produkt und Technologie im Unternehmen haben. Der Fitness Test für Produktorganisationen eröffnet auch eine ehrliche Auseinandersetzung mit Themen wie Teamzuschnitt, Entscheidungsfreiheit und dem Umgang mit Talenten. Teams können nur dann Verantwortung übernehmen, wenn sie echte End-to-End Verantwortung tragen und nicht von anderen Bereichen abhängig sind. Gleichzeitig braucht es Führung, die Orientierung gibt und Entscheidungen nicht zentralisiert, sondern bewusst verteilt. In vielen Organisationen zeigt sich hier eine Lücke zwischen Anspruch und Realität. Genau dort setzt der Test an, indem er hilft, Unterschiede in der Wahrnehmung sichtbar zu machen und Gespräche anzustoßen, die sonst oft vermieden werden. Wer den Fitness Test für Produktorganisationen nutzt, schafft damit eine Grundlage für gezielte Weiterentwicklung und stärkt die Fähigkeit, Produkte zu bauen, die nicht nur liefern, sondern echten Nutzen erzeugen. Eine detailliertere Darstellung über den Product Organization Fitness Test findet ihr auf aluerebels.com. Wer direkt mal selber den Fitness Test machen möchte, kann hier direkt loslegen: (https://productorgfitnesstestvaluerebels.scoreapp.com/) Das Thema dieser Episode steht in engem Kontakt zum Product Ownership Context Canvas, den Tim Klein und Oliver Winter in 2018 entwickelt haben. Mehr Infos darüber gibt es in unserer Podcast-Episode "Welche Aufgaben gehören zur Product Owner Rolle? Product Ownership Context Canvas (POCC)". Wenn ihr direkt mit Sandra in Kontakt treten wollt oder noch weitere Fragen habt, erreicht ihr Sandra Hinz am besten über ihr LinkedIn-Profil oder per Mail (sandra@valuerebels.com). Ist dein Unternehmen fit für moderne Produktentwicklung? Hältst du den Fitness Test für Produktorganisationen für eine sinnvolle Idee? Oder würdest du sogar sagen, dass wichtige Fragen im Test fehlen? Teile deine Gedanken doch mit uns und der Community auf LinkedIn oder unter diesem Blogpost! Lass uns gemeinsam dafür sorgen, dass Organisationen fit werden in der Entwicklung digitaler Organisationen!
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    49 mins
  • Was macht der AI Hype mit der digitalen Produktlandschaft
    Mar 23 2026
    Tim und Dominique sprechen in dieser Folge darüber, was der aktuelle AI Hype mit der digitalen Produktlandschaft macht und warum sich gerade grundlegend verschiebt, worauf es in der Produktentwicklung ankommt. Der AI Hype sorgt dafür, dass sich digitale Produkte immer einfacher und schneller bauen lassen. Was früher viel Zeit, Budget und eingespielte Teams brauchte, kann heute in kurzer Zeit umgesetzt werden. Dadurch sinkt die Hürde, überhaupt ein Produkt zu entwickeln, spürbar und mit ihr verändert sich auch der Wettbewerb. Damit verschiebt sich die eigentliche Herausforderung. Wenn Delivery kein Engpass mehr ist, verliert reiner Output an Bedeutung. Entscheidend ist dann, ob ein Produkt im Alltag der Nutzer wirklich etwas verbessert. Der AI Hype führt also nicht automatisch zu besseren Produkten, sondern vor allem zu mehr Produkten. Für Nutzer wird das unmittelbar spürbar. Sie treffen immer häufiger auf Lösungen, die noch nicht ausgereift sind, auf unfertige Funktionen, unausgereifte Konzepte und Produkte, die sich laufend verändern. Was aus Unternehmenssicht schnelles Lernen bedeutet, fühlt sich aus Nutzersicht oft nach zusätzlicher Arbeit an. Produkte entstehen heute über Nacht und können morgen schon wieder anders aussehen. Das erschwert Orientierung und macht Gewohnheiten instabil. Gleichzeitig wächst der Konkurrenzdruck auf Anbieter. Wenn immer mehr Menschen Produkte bauen können, steigt das Angebot in nahezu allen Bereichen. Für Nutzer bedeutet das mehr Auswahl, aber auch mehr Aufwand bei der Entscheidung. Für Anbieter wird es schwieriger, überhaupt noch wahrgenommen zu werden. In diesem Umfeld gewinnt Vertrauen stark an Bedeutung. Produkte, die verlässlich funktionieren und konsistente Erlebnisse bieten, heben sich deutlicher ab als solche, die nur mit neuen Features auffallen. Gerade bei zentralen Funktionen führt ständige Veränderung schnell zu Unsicherheit. Menschen wollen sich auf Werkzeuge verlassen können, besonders wenn sie diese regelmäßig nutzen. Ein Produkt, das Vertrauen aufbaut, bleibt eher bestehen als eines, das nur kurzfristig Aufmerksamkeit erzeugt. Zugleich eröffnet der AI Hype auch eine Chance im Umgang mit Komplexität. Wenn Features schneller gebaut werden können, lassen sie sich auch leichter wieder entfernen. Statt Produkte immer weiter auszubauen, können Teams gezielt reduzieren und die Nutzung vereinfachen. Das schafft Klarheit und entlastet Nutzer. Auch das Verhalten der Nutzer verändert sich bereits. Viele testen neue Tools vorsichtiger, bleiben kürzer und hinterfragen Abo-Modelle kritischer. Empfehlungen aus dem eigenen Umfeld gewinnen an Gewicht. Für Produktmenschen entsteht daraus eine klare Aufgabe: Es reicht nicht mehr, schnell zu liefern. Es geht darum, Wirkung bewusst zu gestalten, Vertrauen aufzubauen und Produkte zu entwickeln, die auch in einem dynamischen Umfeld bestehen. Nicht die Geschwindigkeit entscheidet, sondern die Fähigkeit, echten Nutzen zu schaffen und langfristig relevant zu bleiben. Im Gespräch wurde auf ein paar andere Folgen verwiesen: - Ist Vibe Coding relevant für die Produktentwicklung? (https://produktwerker.de/ist-vibe-coding-relevant-fuer-die-produktentwicklung/) - Mit "Jobs to Be Done"-Interviews zum besseren Kundenverständnis (JTDB) (https://produktwerker.de/jobs-to-be-done/) - Gedankenaustausch: Was kommt nach UX? (https://produktwerker.de/gedankenaustausch-was-kommt-nach-ux/) - Das Problem mit dem Minimal Viable Product (MVP) (https://produktwerker.de/das-problem-mit-dem-minimal-viable-product/) - Features wegwerfen - was braucht es dafür außer Mut? (https://produktwerker.de/features-wegwerfen/)
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    49 mins
  • Wie AI die Produktentwicklung im Corporate-Umfeld verändert
    Mar 16 2026
    Dominik Rose spricht in dieser Podcastfolge mit Tim über AI in der Produktentwicklung und darüber, wie sich der Alltag von Produktteams verändert, wenn moderne AI Werkzeuge auf die Realität eines großen Corporate Umfelds treffen. Dominik ist Senior Vice President Product bei LeanIX, einem Unternehmen aus Bonn, das inzwischen Teil von SAP ist und Software für Enterprise Architecture Management entwickelt. Gemeinsam schauen sie auf konkrete KI-Erfahrungen aus der Praxis und darauf, wie AI die Produktentwicklung in großen Organisationen tatsächlich beeinflusst. AI in der Produktentwicklung wirkt in vielen Diskussionen wie ein Thema aus der Startup Welt. Doch auch im Corporate Umfeld verändert sich gerade sehr viel. Bei SAP LeanIX zeigt sich das in der täglichen Arbeit von Produktmanagement, UX und Engineering. Neue Werkzeuge und Modelle verändern, wie Software entsteht und wie Teams zusammenarbeiten. Entwickler nutzen zunehmend AI Unterstützung beim Schreiben, Prüfen und Verbessern von Code. Ein großer Teil der Pull Requests wird bereits durch AI Systeme begleitet. Das führt dazu, dass Delivery deutlich schneller wird und sich die Erwartungen an Teams verändern. Diese Entwicklung hat spürbare Auswirkungen auf die Rollen in der Produktentwicklung. Wenn Software schneller entsteht, verschiebt sich der Fokus stärker auf Problemverständnis, Kundennähe und Produktentscheidungen. Gerade im Corporate Kontext bleibt Continuous Discovery deshalb ein zentraler Bestandteil guter Produktarbeit. Produktmanager und Designer arbeiten weiterhin eng mit Kunden zusammen, sammeln Feedback und bringen diese Erkenntnisse direkt in die Weiterentwicklung des Produkts ein. AI in der Produktentwicklung beschleunigt vieles, ersetzt aber nicht das Verständnis für Kundenprobleme. Gleichzeitig verändert AI auch die Art, wie Produktteams Ideen ausprobieren. Prototypen entstehen heute deutlich schneller. Teams können Konzepte direkt visualisieren und gemeinsam mit Kunden weiterentwickeln. Das führt zu einer engeren Verbindung zwischen Discovery und Delivery. Feedback fließt schneller zurück ins Team und Entscheidungen lassen sich auf einer deutlich besseren Grundlage treffen. Auch auf Produktebene stellt AI Unternehmen vor neue Fragen. Kunden erwarten zunehmend intelligente Funktionen und neue Interaktionsmöglichkeiten. Gleichzeitig darf der eigentliche Kern eines Produkts nicht verloren gehen. Für Unternehmen wie LeanIX bedeutet das, AI gezielt dort einzusetzen, wo sie echten Mehrwert für Nutzer schafft, statt lediglich neue Funktionen zu ergänzen, weil die Technologie verfügbar ist. Besonders deutlich wird der Wandel beim Blick auf den Markt. AI in der Produktentwicklung verändert nicht nur interne Arbeitsweisen, sondern auch Wettbewerbslandschaften. Neue Anbieter tauchen auf, Kategorien verschieben sich und bisherige Marktlogiken werden aufgebrochen. Produktteams müssen deshalb genauer beobachten, wie sich Kundenbedürfnisse entwickeln und welche Probleme in Zukunft wirklich relevant bleiben. Gerade im Corporate Umfeld entsteht dabei eine besondere Spannung. Einerseits verlangen Governance, Sicherheit und Prozesse nach Stabilität. Andererseits entwickeln sich AI Technologien in rasantem Tempo weiter. Organisationen müssen lernen, beides miteinander zu verbinden. Teams brauchen Raum zum Experimentieren und gleichzeitig klare Rahmenbedingungen, die den Einsatz neuer Technologien verantwortungsvoll ermöglichen. Am Ende bleibt eine Erkenntnis besonders wichtig: AI in der Produktentwicklung macht viele Dinge schneller und leichter zugänglich. Auch in einem Corporate-Umfeld. Der eigentliche Kern erfolgreicher Produktarbeit bleibt jedoch unverändert. Produktmenschen müssen ihre Kunden verstehen, Märkte beobachten und Entscheidungen treffen, die langfristig Wirkung entfalten. Wer sich aktiv mit den neuen Möglichkeiten beschäftigt und gleichzeitig nah an den echten Problemen der Nutzer bleibt, hat in dieser Phase eine große Chance, bessere Produkte zu bauen.
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    50 mins
  • Der PO als Seismograph - was dein Alltag über deine Organisation verrät
    Mar 9 2026
    In dieser Episode des Produktwerker Podcasts sprechen Dominique und Oliver darüber, warum der Alltag eines Product Owners oft mehr über die Organisation verrät als über die Person. Der Gedanke dahinter ist der PO als Seismograph im Unternehmen. Wer genau hinschaut, erkennt in typischen Situationen im Produktalltag Hinweise auf strukturelle Herausforderungen im Unternehmen. Viele Product Owner kennen Momente, in denen sie sich eher wie Anforderungsmanager fühlen. Anforderungen landen im Backlog, die relevanten Entscheidungen treffen andere. Der eigene Handlungsspielraum wirkt begrenzt, obwohl die Rolle eigentlich Verantwortung für den Produkterfolg tragen sollte. Wenn sich ein PO dauerhaft so erlebt, ist das oft kein persönliches Defizit, sondern der Seismograph zeigt hier ein Signal aus der Organisation. Entscheidungsbefugnisse sind unklar oder werden nicht wirklich delegiert. Die Rolle existiert, aber das dazugehörige Mandat fehlt. Ein anderes typisches Signal entsteht, wenn alles gleichzeitig wichtig ist. Mehrere Stakeholder bringen Themen ein, jede Anfrage hat höchste Priorität. Für den Product Owner fühlt sich das anstrengend und frustrierend an. Entscheidungen werden immer wieder infrage gestellt oder der PO überstimmt. Um bei dem Bild des Seismographs zu bleiben, wird hier ein strategisches Vakuum sichtbar. Wenn auf Unternehmensebene kein klarer Fokus existiert, konkurrieren Ziele miteinander. Dann landet der Konflikt zwangsläufig im Produktalltag. Dominique und Oliver besprechen noch einige weitere Signale in dieser Podcastfolge. Diese Signale fühlen sich für Product Owner zunächst unangenehm an. Sie erzeugen Druck, Frust oder das Gefühl, ständig zwischen Interessen vermitteln zu müssen. Gleichzeitig können sie ein wertvoller Hinweis sein. Der Alltag eines PO macht sichtbar, wo Entscheidungsräume fehlen, wo Prioritäten nicht geklärt sind oder wo Wirkung nicht gemessen wird. Die Metapher des PO als Seismograph soll nicht, dass Product Owner die Ursache all dieser Probleme sind. Vielmehr zeigt ihre tägliche Arbeit, wie Organisationen tatsächlich funktionieren. Wer diese Signale erkennt, kann beginnen, sie anzusprechen und auf eine Veränderung hinzuwirken. Verändern lässt sich eine Organisation selten von heute auf morgen. Doch Product Owner können ihr eigenes Verhalten beeinflussen. Sie können Fragen stellen, Transparenz schaffen und Verbündete suchen. Manchmal reicht schon ein gemeinsames Gespräch über Priorisierung oder Ziele, um Bewegung in festgefahrene Muster zu bringen.
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    52 mins
  • KI-Gestützter UX Research
    Mar 2 2026
    In dieser Folge spricht Dominique mit Tara Bosenick (https://www.linkedin.com/in/tarabosenick/), Management Director bei uintent, über KI gestützten UX Research und was davon im Alltag von Produktteams wirklich trägt. Tara bringt mehr als zwei Jahrzehnte Erfahrung im UX Research mit und beobachtet sehr genau, wie sich der Einsatz von Sprachmodellen auf Research Prozesse auswirkt. UX Research steht für fundierte Entscheidungen. Wer Produkte verantwortet, braucht belastbare Erkenntnisse über Bedürfnisse, Motive und Probleme von Nutzerinnen und Nutzern. Gleichzeitig steigt der Druck. Zeit fehlt, Prioritäten konkurrieren, Entscheidungen sollen schneller fallen. Hier können KI Werkzeuge Entlastung bieten. Tara erlebt in ihren Workshops beides: Begeisterung und Ernüchterung. Sprachmodelle formulieren hervorragend. Sie helfen beim Schreiben von Screenern, Interviewleitfäden oder UX Texten. Sie unterstützen bei der Strukturierung von Gedanken. Gerade beim Formulieren entsteht spürbare Zeitersparnis im UX Research. Der große Hebel liegt jedoch in der Analyse. Transkripte auswerten, Muster erkennen, Zitate sauber belegen und daraus einen klaren Report bauen kostet Zeit. Hier setzen viele Hoffnungen an. Doch genau hier zeigt sich auch die Schwäche probabilistischer Systeme. Ein Sprachmodell berechnet Wahrscheinlichkeiten. Es liefert gut klingende Antworten. Das bedeutet nicht automatisch, dass diese Antworten auch korrekt sind. Wer im UX Research Interviews analysiert, will keine wahrscheinlichen Aussagen, sondern präzise Aussagen auf Basis echter Daten. Halluzinationen entstehen schneller als vielen bewusst ist. Ein falsch zugeordnetes Pronomen im Transkript kann bereits eine Interpretation kippen. Ein unklarer Kontext im Prompt kann dazu führen, dass externe Annahmen in die Analyse einfließen. Tara plädiert deshalb für ein sehr bewusstes Vorgehen, wie kleine Analyseschritte statt großer Gesamtaufgaben zu stellen, klare Regeln im Prompt zu formulieren, Explizite Anweisungen zu geben, nur mit den vorliegenden Daten zu arbeiten und Zitate wortwörtlich wiederzugeben. UX Research mit KI verlangt Disziplin und ein kritisches Auge. Auch die Vorbereitung von Research profitiert nur begrenzt von Automatisierung. Wer regelmäßig Interviews führt, erstellt Leitfäden oft schneller selbst, als ein Sprachmodell mit ausreichend Kontext zu versorgen. Sinnvoll kann KI im UX Research beim vorbereitenden Desk Research sein oder als Sparringspartner für Hypothesen und Fragestellungen. Spannend wird es aber beim Reporting. Layouts automatisiert befüllen, Charts erstellen und Präsentationen strukturieren spart Zeit, ohne den Kern des UX Research zu verfälschen. Hier entsteht echte Entlastung im Alltag von Product Ownern und Produktmanagerinnen. Gleichzeitig bleibt der Mensch zentral. Gute Interviews leben von Beziehung und Gesprächsdynamik. Wer UX Research komplett an Bots abgibt, verliert die unmittelbare Erfahrung mit Nutzerinnen und Nutzern. Gerade für Produktteams ist es wertvoll, Probleme aus erster Hand zu hören. Diese Erfahrung schafft ein gemeinsames Verständnis, das kein Report ersetzen kann. Datenschutz und Compliance sind lösbar, wenn passende Tarife und Verträge genutzt werden. Das größere Risiko liegt in der unkritischen Nutzung. Sprachlich überzeugende Ergebnisse verführen dazu, sie ungeprüft zu übernehmen. Für fundierten UX Research braucht es jedoch Verantwortung und Reflexion. KI gestützter UX Research ist damit weder Heilsbringer noch reine Spielerei. Er kann Prozesse beschleunigen, wenn wir die Grenzen kennen und bewusst steuern. Wer Halluzinationen versteht, Prompts strukturiert und Ergebnisse prüft, gewinnt Zeit für das Wesentliche. Für bessere Fragen, tiefere Gespräche und klarere Entscheidungen im Produktalltag.
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    34 mins
  • Entscheidungen unter Unsicherheit treffen
    Feb 23 2026
    Entscheidungen gehören für Product Owner:innen zum Alltag. Sie priorisieren Features, balancieren technische Schulden gegen neue Chancen und diskutieren mit Stakeholdern über Roadmaps und Budgets, meist unter Unsicherheit und Handlungsdruck. Genau daran zeigt sich, wie professionell wir entscheiden. Eine Entscheidung verkleinert den Raum der Möglichkeiten. Sie schafft Orientierung, bedeutet aber auch Verzicht, weil Alternativen bewusst losgelassen werden, und genau das ist oft der eigentliche Schmerzpunkt. In frühen Phasen von Produktideen ist Unsicherheit besonders hoch. Wir wissen wenig über Markt, Zielgruppe oder Zahlungsbereitschaft, und selbst nach Interviews, Prototypen und Daten bleibt ein Restrisiko. Entscheidungen sind deshalb Wetten auf plausible Annahmen. Struktur hilft, damit umzugehen. Paarweise Vergleiche reduzieren Komplexität, Szenarien machen Chancen und Risiken sichtbar, und das Einschätzen von Wahrscheinlichkeiten führt zu besseren Urteilen als reines Bauchgefühl. Zusätzlich lohnt der Blick auf Zeithorizonte, weil kurzfristige Entlastung langfristig schaden kann, während heutiger Aufwand morgen Stabilität schafft. In echten Dilemmata gibt es keine perfekte Lösung, nur Optionen mit Nebenwirkungen. Dann ist entscheidend, das Problem präzise zu formulieren und Kriterien sowie Entscheidungslogik transparent zu machen. Vertrauen entsteht über Nachvollziehbarkeit, nicht über Einigkeit. Ob eine Entscheidung gut war, hängt nicht nur vom Ergebnis ab, sondern von den Informationen und Risiken zum Zeitpunkt der Entscheidung. Wer Entscheidungen regelmäßig reflektiert, baut Urteilsfähigkeit auf. Professionelle Produktverantwortung heißt, Annahmen offenzulegen und Unsicherheit als Teil der Arbeit anzunehmen.
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    46 mins
  • Product Owner im 3-Horizonte-Modell
    Feb 16 2026
    Dominique und Tim sprechen in dieser Folge darüber, was das 3-Horizonte-Modell für die Arbeit als Product Owner bedeutet und warum es weit mehr ist als ein strategisches Denkmodell aus der Managementliteratur. Das 3-Horizonte-Modell hilft dabei, Produkte nicht nur im Hier und Jetzt zu betrachten, sondern im Spannungsfeld von heute, morgen und übermorgen. Viele Product Owner:innen stecken gedanklich tief im Tagesgeschäft: Backlog pflegen, sich mit Stakeholder abstimmen und Releases vorbereiten. Das ist wichtig. Doch genau hier setzt das 3-Horizonte-Modell an und öffnet ein wenig die Perspektive. Doch was sind die drei Horizonte? Der erste Horizont steht für das aktuelle Kerngeschäft. Hier wird die Wertschöpfung gesichert, Bestehendes optimiert, auf Marktanforderungen reagiert und das Produkt stabil gehalten. Die Unsicherheit ist vergleichsweise gering. Wir kennen Markt, Nutzer und Geschäftsmodell gut. Prognosen fallen leichter. Es geht darum, den Lebenszyklus unseres Produktes bewusst zu verlängern und wirtschaftlich tragfähig zu halten. Doch wer ausschließlich im ersten Horizont denkt, riskiert Stillstand. Im zweiten Horizont bewegen wir uns in aufkommenden Geschäftsfeldern. Produkte oder Features zeigen erste Marktsignale. Hier geht es darum, echten Product Market Fit zu erreichen. Wir prüfen, ob aus einer guten Idee ein tragfähiges Geschäft wird. Kundennähe, schnelles Feedback und konsequentes Lernen prägen diese Phase. Der Fokus verschiebt sich von Stabilität hin zu Wachstum und Skalierung. Der dritte Horizont fordert uns noch stärker heraus. Hier arbeiten wir mit Hypothesen, nicht mit gesicherten Umsätzen. Es geht um Optionen für die Zukunft. Um Problemstellungen, die wir erst verstehen müssen. Um Experimente, die scheitern dürfen. Das 3-Horizonte-Modell macht deutlich, dass Innovation Raum braucht. Raum zum Lernen. Raum zum Ausprobieren. Raum für Unsicherheit. Für Product Owner bedeutet das eine bewusste Haltung. Je nach Horizont verändert sich der Schwerpunkt der Arbeit. In ersten Horizont dominieren Effizienz und Priorisierung innerhalb eines klaren Rahmens. In Horizont zwei stehen Validierung, Marktnähe und schnelles Anpassen im Mittelpunkt. In Horizont drei braucht es Mut, Neugier und die Bereitschaft, mit unklaren Ergebnissen zu arbeiten. Das 3-Horizonte-Modell schafft dabei Orientierung im Portfolio. Es hilft Organisationen zu erkennen, woran Teams eigentlich arbeiten. Es verhindert, dass Innovationsinitiativen vorschnell an klassischen Erfolgskriterien gemessen werden. Und es schützt gleichzeitig das Kerngeschäft vor blinder Experimentierfreude. Und gerade in der Rolle als Product Owner ist diese Transparenz entscheidend. Wir müssen verstehen, in welchem Horizont unser Produkt gerade unterwegs ist. Davon hängen Entscheidungen, Metriken und Erwartungen ab. Ein Experiment aus Horizont drei braucht andere Bewertungsmaßstäbe als ein etabliertes Produkt in Horizont eins. Das 3-Horizonte-Modell ist damit kein theoretisches Konstrukt, sondern ein praktisches Werkzeug für strategische Klarheit. Es verbindet Produktstrategie mit konkreter Produktarbeit. Und es erinnert uns daran, dass nachhaltiger Produkterfolg immer auf mehreren Zeitebenen gedacht wird.
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    49 mins
  • Detailgrad & Darstellungsform einer Product Roadmap
    Feb 9 2026
    In dieser Podcast Folge sprechen Oliver und Tim darüber, wie eine Product Roadmap gestaltet sein kann, ohne ihre eigentliche Aufgabe zu verlieren. Beide bringen ihre Erfahrungen aus Trainings und der täglichen Arbeit mit Produktteams ein und nehmen sich bewusst Zeit für die Frage, welchen Detailgrad eine Product Roadmap wirklich braucht und in welchen Darstellungsform sie hilfreich ist. Eine Product Roadmap entsteht nicht als Lieferplan und auch nicht als Versprechen auf Termine. Sie beschreibt eine Richtung und schafft Orientierung darüber, welche Wirkung mit einem Produkt in welcher Reihenfolge erreicht werden soll. Genau hier liegt der Kern der Diskussion. Eine Product Roadmap hilft dann, wenn sie Klarheit über Ziele und Wirkungen erzeugt und nicht versucht, zukünftige Entwicklungen bis ins letzte Detail vorwegzunehmen. Die ist keine vorhersage der Zukunft. Zu viel Genauigkeit erzeugt Scheinsicherheit und lenkt den Blick schnell auf Output statt auf Wirkung. Was für Templates nutzt du bei der Arbeit mit Product Roadmaps? Gibt es Tools oder Darstellungsformen auf die wir zu wenig oder garnicht eingegangen sind? Teile deine Erfahrungen oder Geschichten deiner Arbeit mit Product Roadmaps doch mit uns und der Community. Hinterlasse gerne einen Kommentar unterm Blog-Artikels oder auf unserer Produktwerker LinkedIn-Seite. Der Detailgrad einer Product Roadmap hängt stark vom Kontext ab. In stabilen Umfeldern kann eine längere Vorschau sinnvoll erscheinen, während in einem volatilen Produktumfeld kurze Zeithorizonte und bewusst grobe Darstellungen besser funktionieren. Entscheidend ist, dass die Product Roadmap Raum für Lernen lässt und Veränderungen nicht als Störung wahrgenommen werden. Sie bleibt ein lebendiges Arbeitsinstrument und kein statisches Dokument. Auch die Darstellungsform spielt dabei eine wichtige Rolle. Eine Product Roadmap darf einfach sein und muss nicht jedes Element erklären, solange sie ihre Richtung klar vermittelt. Wirkungsziele, übergeordnete Themen und zeitliche Orientierung reichen oft aus, um Gespräche zu ermöglichen und Entscheidungen zu unterstützen. Zusätzliche Details entstehen dort, wo sie gebraucht werden, etwa im Backlog oder in der täglichen Arbeit mit dem Team. Eine gute Product Roadmap macht also sichtbar, was gerade wichtig ist und was bewusst später oder gar nicht verfolgt wird. Sie hilft dabei, Erwartungen zu managen und Diskussionen auf einer sachlichen Ebene zu führen. Gleichzeitig zeigt sie, dass Produktentwicklung kein Abarbeiten von Listen ist, sondern ein kontinuierlicher Prozess aus Entscheiden, Lernen und Anpassen. Am Ende geht es bei der Product Roadmap um Verantwortung. Wer sie nutzt, übernimmt Verantwortung für Richtung, Fokus und Wirkung des Produkts. Genau dafür ist sie gedacht und genau dann entfaltet sie ihren Wert im Alltag von Product Ownern, Produktmanagern und Führungskräften. Im Gespräch empfehlen Tim & Oliver diese Bücher, Videos und Websites: - Nacho Bassino: Product Direction - C. Todd Lombardo, Bruce McCarthy, Evan Ryan, Michael Connors: Product Roadmaps Relaunched - Video: "Going beyond the 'Now-Next-Later' Roadmap" mit Phil Hornby beim ProductTank Cologne - Website von Phil Hornby: talkingroadmaps.com und die Roadmap Visual Patterns Passende frühere Folgen: - Agile Product Roadmaps - Wie agil ist eine jährliche Roadmap? - Mit mehreren Product Roadmaps arbeiten? - Product Roadmaps in der täglichen Arbeit einsetzen - Vom Projekt- zum Produktmodus
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    50 mins